Wie werden Unternehmen klimaneutral?

Unternehmen müssen klimaneutral werden
April 22, 2021

Wie werden Unternehmen klimaneutral?
CLIMPROACT unterstützt Mitgliedsunternehmen

Die geplante Klimaneutralität in der EU betrifft auch deutsche Unternehmen. Noch gibt es in Deutschland keine bindende Gesetzgebung zur Klimaneutralität von Unternehmen. Diese Vorgaben und Regeln werden voraussichtlich in naher Zukunft auch für Klein- und Mittelstandsunternehmen definiert. Bis 2030 will die EU ihren CO2-Ausstoß um 55 Prozent senken. Das kann nur im Gleichschritt mit Unternehmen und Verbrauchern erfolgen. Die Leitplanken und Standards für ein aktives Klimamanagement sind bereits heute im Detail verfügbar.
Der Verein für Klimaschutzaktivitäten „Climate Protection Activities e.V.“, kurz CLIMPROACT, hat sein Know-how diesbezüglich erweitert. Durch eine Fortbildungsreihe im Bereich Klimamanagement wurden dem Verein Kenntnisse über Anforderungen, Normen und Konzeptionen zur Erreichung der Klimaneutralität zertifiziert.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität müssen Unternehmen zunächst ihre Emissionen berechnen und in einer Klimabilanz darstellen. In der Klimabilanz werden vorrangig die direkten Emissionen (Scope 1) sowie die indirekten Emissionen aus dem Bezug von leistungsgebundener Energie (Scope 2) dargestellt. Aber auch die indirekten Emissionen der vor- und nachgelagerten Prozesse (Scope 3) sollten in der Klimabilanz Berücksichtigung finden. Da insbesondere die nachgelagerten Aktivitäten oft schwer zu berechnen sind, entscheiden sich viele Unternehmen für eine „gradle to gate“ Betrachtung. Das bedeutet, dass die Emissionen von der Entstehung eines Produktes bis zur Auslieferung am Werkstor berücksichtigt werden. Die verursachten Emissionen nach der Werkstor-Auslieferung (Transport, Nutzung und Entsorgung) können ebenfalls in Scope 3 berücksichtigt werden, sind jedoch aufwändiger zu ermitteln.

Der Klimaschutzverein CLIMPROACT unterstützt seine Mitgliedsunternehmen beim Aufbau eines Klimamanagements und bei der Erstellung eines ökologischen Fußabdrucks. Dieser ökologische Fußabdruck kann sowohl für das Unternehmen (CCF) als auch für Produkte erstellt werden (PCF). An vorderster Stelle steht immer die Vermeidung von Emissionen, gefolgt von der Emissionsreduzierung. Erst nachrangig kann die Kompensation von Emissionen, d.h. die Beteiligung an Klimaschutzprojekten, Berücksichtigung finden. Dieser noch junge Unternehmensbereich benötigt viel Wissen und unterliegt einer hohen permanenten Veränderung. Aber es lohnt sich. Ein erfolgreiches Klimamanagement bietet große Chancen, sich als Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen.

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